17. Tammus

Das Volk Israel, von ausgeglichener Natur, fürchtete sich schon immer vor den Sommermonaten
Tammus und Aw …

An unsere noachidischen Freunde auf der ganzen Welt, Shalom!

Der Mittelweg ist immer der beste Weg von allen. Dies trifft auf Handlungen, menschliche
Qualitäten und auf die Gefühlswelt zu. Genau so ist es auch beim Wetter. Deshalb finden die
meisten der Feste der Thora in den angenehmen Jahreszeiten im Frühling und Herbst statt.
Extremes Wetter, wie die Kälte im Winter oder die Hitze im Sommer, hat einen schädlichen
Einfluss auf unseren Geist und führt dazu, dass wir in unserem menschlichen Gleichgewicht
angegriffen werden.

Das Volk Israel, das von Natur aus sehr ausgeglichen ist, hat sich schon immer vor den
Sommermonaten Tammus und Aw gefürchtet. Es war immer während dieser Zeit, dass es von
anderen Königreichen dominiert wurde, sowohl in der Antike wie auch heute. Man nennt diese
Zeit die Tage „zwischen den Beengenden“ (hebr. „Bein HaMezarim“).

Es besteht jedoch die Hoffnung, und diese wird im Gebet rege ausgedrückt, dass sich diese Zeit
eines Tages in eine Zeit der Freude und der Festlichkeiten verwandeln wird. Dann nämlich,
wenn aus dem Schoss der jüdischen Identität die Möglichkeit geboren wird, alle Kräfte der Welt
in den Dienst des Schöpfers zu stellen und entfernteste Gegensätze zu einer intimen
Gemeinschaft der Heiligkeit zu vereinen.

Das Gelingen dieses Unterfangens ist eng an die Voraussetzung geknüpft, dass die Menschen
eine klare Sprache sprechen, damit Gott von allen angebetet wird und alle ihm mit der gleichen
Hingabe dienen (siehe Zefanja 3,9). Israel und die Nationen werden die wahre Glücksseligkeit
der Welt zusammen herbeiführen, oder wie es König David ausdrückt: „Dass erzittern die
Bewohner der Grenzen vor deinen Zeichen, des Morgens Aufgang und den Abend machst Du
jubeln“ (Psalm 65).

Wachen wir auf und ernten wir die Früchte der engen Verbundenheit des Menschen mit Gott,
und hören wir auf seine Weisung, die aus Zion ergeht.

Ihr Freund,
Uri Cherky

 

Uebersetzt aus dem Franzoesischen von Thomas Thurnheer

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Über Rabbi Oury Cherki

Rabbi Oury Cherki
Rabbi Uri Scherki wurde 1959 in Algerien geboren und wuchs in Frankreich auf. 1972 immigrierte er nach Israel. Er studierte an der Merkaz HaRav Yeshiva, welche von Rav Avraham Yitzchak Kook gegründet wurde. Seinen Militärdienst absolvierte er in der Artillerie des IDF. Er lernte mit den Rabbinern Rav Tzvi Yehuda Kook, Rav Yehuda Leon Ashkenazi (Manitou), Rav Shlomo Binyamin und Achlag. Rav Scherki ist der Leiter der israelischen Abteilung von Machon Meir und der Direktor von Brit Olam. Er unterrichtet an verschiedenen Orten in Israel. Des Weiteren leitet er die Beit Yehuda Gemeinde in Kiryat Mosche (Jerusalem) und er schrieb zahlreiche Bücher über Jüdisches Denken und Philosophie.

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