Unterschiedliche Ansichten innerhalb der Familie

Frage: Ich brauche ernsthaft HILFE! Bitte antworten Sie auf meine Frage. Meine Frau glaubt immer noch an Jesus und wurde mit einem messianisch-jüdischen Verständnis erzogen. Ich habe mich kurz nachdem wir geheiratet hatten (2006) ebenfalls der messianischen Bewegung angeschlossen. Inzwischen haben wir 3 Kinder. Vor einem Jahr habe ich angefangen mich zu fragen weshalb ich eigentlich Jesus anbete und in seinem Namen lobpreise.

Nachdem ich mehrere Monate so neutral wie nur möglich nach der Wahrheit gesucht habe, habe ich den Schluss gezogen, dass ich an etwas Falsches geglaubt hatte. Ich hatte meine Frau vorgewarnt, dass ich die Sache prüfen werde und als ich dabei war, hatte ich mitgeteilt, dass ich nicht mehr so sicher sei, dass ich noch daran glaube. Sie vertraute, dass Gott mir die Augen öffnen werde. Ich glaube Er hat sie mir wirklich geöffnet und sie glaubt natürlich, dass ich verführt wurde. Wir hatten kürzlich eine schwierige Zeit. Ich bin sehr flexibel mit dem was wir machen, da ich ja der bin, der sich verändert hat. Unsere Kinder gehen immer noch zur Kirche und ich gehe mit meiner Frau, einfach um die Familie zusammenzuhalten. Jedoch ist es sehr schwierig für mich. Ich hatte schon Träume die mir die Noachidische Bewegung als leer vorgaben. Ich habe sie abgetan und mir gesagt „Das ist kein Beweis. Was sagt Gottes Wort?“ Meine Frau ärgert es, dass ich Anti-Missionarischen und Noachidischen Vorträgen zugehört habe, und sie entwickelt eine negative Haltung gegenüber der ganzen Sache (Judentum, Noachiden etc.)

Ich glaube nicht, dass Trennung oder Scheidung es wert wären. Wenn wir uns trennen würden, würden es unsere Kinder als Folge sehen, was Glaube an Gott bewirken kann (Zerstörung von Harmonie/Familie), oder sie würden noch mehr ins Christentum irregeführt werden, weil meine Frau und ihre Familie sie wesentlich mehr beeinflussen könnten, als meine begrenzte Zeit es mir erlaubt.

Ist es okay, dass ich meinen Mund halte um die Familie zusammenzuhalten? Es scheint fast als sicher, dass die Familie kaputt gehen würde, wenn ich mein Verständnis der Bibel nicht auf die Seite lege. Oder eigentlich, wenn ich nicht „gläubig“ werde! Ich verstehe nun definitiv ein bisschen die Verfolgungen, die ihr Juden durchgemacht habt in der Vergangenheit! Ich bin verzweifelt und ich sehe nicht viele Artikel von anderen Leuten, die die selbe Erfahrung machten. Bitte helft! Gott segne euch!

Antwort von Rav Cherky:

Schalom John

Dein Brief ist sehr berührend und aufrichtig.

Du musst deine Familie nicht kaputtmachen. Du solltest ihnen sagen, dass du ihren Glauben tief respektierst , jedoch selber einem anderen Weg folgst. Du schätzst ihre religiösen Aktivitäten, aber du fühlst, dass es nicht ehrlich ihnen gegenüber wäre, wenn du aktiv daran teilnehmen würdest. Du musst auf die Wichtigkeit des Familien-Zusammenhalts beharren.

Es wäre vielleicht auch eine gute Idee professionelle Hilfe in Form eines Familienberaters beizuziehen.

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Über Rabbi Oury Cherki

Rabbi Oury Cherki
Rabbi Uri Scherki wurde 1959 in Algerien geboren und wuchs in Frankreich auf. 1972 immigrierte er nach Israel. Er studierte an der Merkaz HaRav Yeshiva, welche von Rav Avraham Yitzchak Kook gegründet wurde. Seinen Militärdienst absolvierte er in der Artillerie des IDF. Er lernte mit den Rabbinern Rav Tzvi Yehuda Kook, Rav Yehuda Leon Ashkenazi (Manitou), Rav Shlomo Binyamin und Achlag. Rav Scherki ist der Leiter der israelischen Abteilung von Machon Meir und der Direktor von Brit Olam. Er unterrichtet an verschiedenen Orten in Israel. Des Weiteren leitet er die Beit Yehuda Gemeinde in Kiryat Mosche (Jerusalem) und er schrieb zahlreiche Bücher über Jüdisches Denken und Philosophie.

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